Meldung vom: 28.1.2004
1. Fachtagung des Virtuellen Campus Bayern:
eLearning 2004 —
von der Praxis und vielen Perspektiven
Positiv fällt die Bilanz des Virtuellen Campus Bayern (VCB) als Veranstalter der Fachtagung “eLearning 2004 — Erfahrungen aus der Praxis” aus. Am 20./21. Januar trafen sich zahlreiche Fachleute aus den Bereichen Weiterbildung und elektronisches Lernen in Bad Steben zu einem intensiven Erfahrungs- und Meinungsaustausch. “Wir sind mehr als zufrieden”, so VCB-Geschäftsführer Achim Hager. “Unsere Erwartungen, was die Intensität und Qualität der Referentenbeiträge und Diskussionsrunden anbetrifft, wurden weit übertroffen.” Bestätigt wurde dies auch von den Teilnehmern aus allen Bereichen der Weiterbildung, die vor allem die konzentrierte und persönliche Tagungsatmosphäre lobten.
HOF/BAD STEBEN. — Mit 13 Referenten aus Wirtschaft, Weiterbildung, Politik und Arbeitsförderung und dem Versprechen praxisnaher Vorträge war der VCB zu seiner ersten Fachtagung zum Thema eLearning ange-treten. Und in der Tat war es vor allem der direkte Bezug zum Weiterbil-dungsalltag der beeindruckte. Ob Vertreter von Siemens, BMW, der AOK, dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, der Virtuellen Hoch-schule Bayern, der Deutschen Angestellten Akademie oder der Bundesagentur für Arbeit — sie alle gaben anwendbares Wissen mit zahlreichen Ansätzen zur praktischen Umsetzung weiter.
Mit Spannung erwartet — vor allem von den zahlreichen Teilnehmern aus dem Kreis der Bildungsträger — wurde der Vortrag von Direktor Hans-Uwe Stern von der Bundesagentur für Arbeit, der in der Nürnberger Zent-rale die Produktbetreuung leitet und in dieser Funktion für die Förderung der beruflichen Qualifizierung nach SGB III zuständig ist. Er ging vor al-lem auf die Neuausrichtung der Geschäftspolitik der Bundesagentur für Arbeit ein, die bereits im Jahr 2003 den Weiterbildungsmarkt nachhaltig verändert habe. Stichworte hier: Bildungsgutschein und 70prozentige Verbleibsquote. Und er kündigte an: “Im Jahr 2004 ist der finanzielle Handlungsspielraum für Eingliederungstitel noch weiter eingeschränkt.”
SGB III: Arbeitsagentur fährt Losgrößen weiter zurück
Haben sich jene Bildungsträger, die überwiegend im Bereich der SGB III-Maßnahmen und damit der Weiterbildung von Arbeitslosen tätig sind, gerade im vergangenen Jahr bereits an solche Hiobsbotschaften gewöhnt, machte die anschließende Diskussion klar, dass man sich den-noch mit den teils drastischen Veränderungen und Kürzungen nicht abfinden will. Kritik erntete Stern vor allem bezüglich der Ausschreibungs- und Vergabepraxis. Was er als “Steigerung der Effizienz und Effektivität” bezeichnete, wurde aus dem Kreis der Tagungsteilnehmer als “Mehrauf-wand an Bürokratie” und “Ausschreibungsdumping” kommentiert. So könne die Bundesagentur nicht nach einer höheren Qualität und Zielge-richtetheit der einzelnen Weiterbildungsmaßnahmen streben und parallel dazu die finanziellen Mittel zurückfahren. “Unser Eindruck ist”, so der Vertreter eines Bildungsträgers, “dass in der derzeit gängigen Vergabepraxis der Preis vor der Qualität steht.”
Betrübliche Aussichten gibt es auch für das laufende Jahr. So kündigte Stern an, dass die Losgrößen der Ausschreibungen weiter verkleinert werden. Im Klartext: Mehr kürzere Trainingsmaßnahmen anstatt längere Weiterbildungen und Weiterqualifizierungen.
eLearning — die Praxis im Großkonzern
Weniger kontrovers diskutierend als vielmehr beeindruckt zeigten sich die Tagungsteilnehmer von den eLearning-Initiativen bei den beiden Großkonzernen BMW Group und Siemens AG. Maria-Barbara Bauer von den Leistungszentren Training berichtete über die Integrations- und Ak-zeptanzmaßnahmen bei der BMW Group, Dr. Kai Liebert (Siemens Learning Campus) schilderte die eLearning-Strategie bei der Siemens AG im Rückgriff auf die vergangenen 20 Jahre.
Einen Einblick in die eLearning-Aktivitäten im Bereich des Handwerks sowie bei kleinen und mittelständischen Unternehmen gaben Referenten der Handwerkskammer sowie der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken. Auf große Aufmerksamkeit stieß ein von der Handwerks-kammer für Oberfranken entwickelter Online-Kurs zum Thema “Facility Management”, vorgestellt von Maria Dreer (Telecoach) und Mark Reut-her (Teletutor). Der Bereichsleiter der IHK Akademie Oberfranken, Thomas Skowronek, stellte das Portal www.ihk-lernen.de vor und berichtete von seinen Erfahrungen bei der bundesweiten Vermarktung von eLearning-Inhalten.
“investigate” — eLearning führt Bayern und Kroaten zusammen
Um ein weiteres Portal dreht es sich bei der Internetplattform www.invest-i-gate.com, entwickelt vom Virtuellen Campus Bayern und dem kroatischen Unternehmen digera. Vorgestellt wurde dieses von der bayerischen Staatskanzlei, dem bayerischen Wirtschaftsministerium sowie dem kroatischen Ministry of Crafts and SME geförderte Projekt von Adriana Gluhak (VCB). Sie erläuterte ausführlich Aufbau und Struktur der Informations- und Lernumgebung sowie das Ziel: die Förderung und Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und Kroa-tien im Bereich der KMUs.
Erneut die Aufmerksamkeit jener anwesenden Bildungsträger, die in ihr traditionelles Lehrkonzept eLearning-Anteile einbinden wollen, erregten die Vorträge von Roland Bayer von der AOK Bayern und Oliver Thiess von der Firma Thiess Consult. Bayer, Fachbereichsleiter Training, refe-rierte über ELAB, ein Weiterbildungsprojekt der AOK Bayern in Koopera-tion mit dem VCB. Hier wurde eine virtuelle Lernakademie umgesetzt, ebenso wie bei der Deutschen Angestellten Akademie (DAA); ein Projekt, über das Oliver Thiess, ehemals Projektleiter von “DAA virtuell” in Hamburg, informierte. In beiden Fällen hat der VCB virtuelle Lernakade-mien aufgebaut. Die dort plazierten eLearning-Inhalte werden über “Blended Learning”-Konzepte in die Weiterbildungsmaßnahmen einge-bunden.
Weitere Themen der Fachtagung waren die Produktion von individuellem eLearning-Content in Vertrieb und Produktion (Rudi Numberger, m2studio AG) sowie die Praxis der virtuellen Lehre an Hochschulen (Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch, Virtuelle Hochschule Bayern).
“eLearning — die ideale Wissensquelle der heutigen Zeit”
Eine Bewertung und Einschätzung des eLearnings aus Sicht der bayerischen Wirtschaftspolitik gab Hans-Joachim Heusler, leitender Ministerial-rat im bayerischen Wirtschaftsministerium. Unter dem Titel “eLearning im Rahmen der bayerischen IUK-Politik” erläuterte er die Initiativen der bay-erischen Staatsregierung zur Etablierung des elektronischen Lernens in weiten Bereichen der Hochschulen und der Wirtschaft. In etwa 70 Pilot-projekte in den Bereichen eGovernment und eLearning habe der Frei-staat in den vergangenen Jahren rund 250 Millionen Euro im Rahmen der Hightech-Offensive-Bayern (HTO) investiert. Zu diesem Engagement passt Heuslers Einschätzung: “eLearning ist die ideale Wissensquelle der heutigen Zeit.”
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Über den Virtuellen Campus Bayern
Der Virtuelle Campus Bayern mit Sitz in Hof ist einer der größten deutschsprachigen Bildungsanbieter im Internet. Das umfassende Wei-terbildungsangebot — abrufbar unter www.vcb.de — richtet sich an Unter-nehmen, Bildungsträger und staatliche Einrichtungen aber auch an Pri-vatpersonen. Der VCB bietet eine Vielzahl von Leistungen für die berufli-che und private Weiterbildung und Weiterqualifizierung. Das eLearning-Angebot umfasst derzeit 200 Online-Kurse zu den Themen Anwendungsprogramme, Internet und Webdesign, Kaufmännische Bereiche, Sprachen, Vertrieb und Marketing sowie Führungskräftetraining und die Vermittlung von Soft-Skills. Darüber hinaus bietet der VCB mit den virtu-ellen Lernakademien maßgeschneiderte Weiterbildungslösungen für Unternehmen, Bildungsträger und große Institutionen an.
www.vcb.de
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